[engl. translation]
Marsberg Patientenakte Mathilde Sturm Teil 6 Seiten 01-10
[Akte-Mathilde_03#01]
Der Landeshauptmann der Provinz Westfalen. - Münster, den 26. August 1893
An den Director des St. Johannes-Hospitals, Herrn Sanitätsrath Dr. Rubarth Wohlgeboren
zu Marsberg
Eurer wohlgeboren überweise ich hiermit die Ehefrau Mathilde Sturm geb. Klute aus Neheim Kreis Arnsberg zur Verpflegung für Rechnung des Landarmen-Verbandes der Provinz Westfalen vom 1. April d. Js. ab.
Die Verpflegungskosten sind nach Ablauf jeden Quartals mit den überigen vom Landarmen-Verbande für Ortsarme zu erstattenden Beträgen zur Liquidation zu bringen.
I.V.
[Unterschrift]
Landesrath
[Bearbeitungsvermerk:]
M. 29.8.93 - Nach Vermerk in der [Habenseite?], ad acta! - Der Director [2 Unterschriften)
[Akte-Mathilde_06#02]
Ufer, den 31.11.93.
Wohllöbliche Anstalt Direktion Marsberg.
Der Unterzeichnete erlaubt sich ergebenst um Auskunft zu Bitten über den Gesundheitszustand resp.[beziehungsweise] das Befinden der Mutter zu bitten.
Zugleich ersuche ich Sie höflichst zm Ihre werthe Erlaubniß zu einem Besuche derselben am 1. nächsten Monats nebst den dazu nöthigen Bedingungen. [entspricht in der Wortwahl § 47 der Anstalts-Hausordnung, wh]
In dem ich Ihrer geschätzten Antwort in einigen Tagen entgegensehe zeichne ich hochachtungsvoll u. ergebenst
E. Hartwig
Ufer am Vogelsang
Hagenerstraße 155. [neu nach Umbenennung: Hagener Straße 271]
[evtl. Hagener Str. 155, 58256 Ennepetal
oder Hagener Str. 155, 58285 Gevelsberg]
[Randnotiz der Anstalt:]
Frau Sturm.
[Akte-Mathilde_06#03]
24 Novemb. 93.
daß seit unsrem Bericht vom vorigen Jahre in dem Zustand Ihrer Mutter keine Änderung eingetreten, derselbe unverändert der gleich geblieben ist.
Die Stimmung der Kranken ist eine vorherrschend heitere, d. köperl. Befinden ein soweit ganz gutes. Einem Besuche steht nichts entgegen. Für gewöhnlich dürfen Sonn- u. Feiertage keine Besuche gemacht werden, doch wäre davon abzusehen, wenn Ihnen dazu Wochentags keine Zeit bliebe.
Dr. Rubarth
[Akte-Mathilde_06#04]
Annen den 23ten Juli 94
Sehr geehrter Herr!
Zweck meines Schreibens ist, Sie um Erlaubniß, zum Besuche meiner Mutter zu ersuchen.
Habe die Absicht am 30ten des Mts. mit meinen beiden Schwester, die Ihre Mutter überhaupt noch gar nicht kennen, u. bitte Sie mir bis dahin oder bis Sonnabend per Postkarte Nachricht zukommen zu lassen. Sollte sich in dem Zustand meiner [Mutter ...]
[Akte-Mathilde_06#05]
[... meiner] Mutter seit Ihrem letzten werten Schreiben vom vorigen Jahre eine Änderung gezeigt haben, bitte ich Sie dies kurz bemerken zu wollen.
Indem ich Ihrem werten Schreiben mit Achtung entgegen sehe, grüß Sie
Ihr ergebener
E Hartwig.
per Adreße
Firma Herren Gebr Rosenthal
Annen i.W.
Grüßen Sie bitte meine Mutter. Witwe Sturm von ihren Kindern Oskar Emil Fritz Mathilde Anna hrzl.
[Akte-Mathilde_06#06]
Lengerich den 12 Dez 97.
An den Dirigirenden Arzt des St. Joh. Hospitals z. Marsberg
Eure Wohlgeborn ersucht der unterzeichnete höflichst Ihm und seiner Schwester zu gestatten Ihre in Ihrer Anstalt befindliche Mutter in den Weihnachtstagen besuchen zu dürfen. Wir haben Sie in den letzten Jahren nicht gesehen u. da ich in den Tagen im Geschäft entbehrlich bin hoffen wir auf Ihre gütige Erlaubniß. Dafür im voraus bestens dankent zeichne ich mit aller hochachtung
Emil Hartwig
[Akte-Mathilde_06#07]
Meine Mutter ist Witwe Math. Sturm
Adrß. E Hartwig
Lengerich i W
Bahnhofstr 48
Lengerich Bahnhofstr 48
[Lengerich bis Hagen 113 km, Lengerich bis Gevelsberg 123 km, Gevelsberg bis Hagen 18 km, Gevelsberg bis Marsberg 134 km. (Damals gab es noch keine Motorwagen).
An dieser Stelle noch einige Worte zu der schon existierenden Bahnverbindung Hagen-Warburg, die Obere Ruhrtalbahn auf die mich George aufmerksam machte. Ich kann zwar die alten Kursbücher auch nicht mehr lesen, aber ich kann erkennen, das es scheinbar nur eine Verbindung gibt, wenn man am gleichen Tag wieder zurück wollte: ab Hagen 8:12 an Marsberg 11:52 um dann für die Rückfahrt auch nur eine Verbindung zur Wahl zu haben: ab Marsberg 5:09(17:09) an Hagen 8:47(20:47). Jeweils gut 3 1/2 Stunden Fahrzeit. Ob und wie man von Gevelsberg an die Bahn nach Marsberg herankommt konnte ich nicht erkennen. Zu den Fahrpreisen kann ich nichts direkt sagen. Aber ich habe eine vielleicht vergleichbare Strecke gefunden: Coswig - Leipzig per Bahn ca. 110 km; 1906: Fahrzeit 1:55 - 2:34 Std:Min. Rückfahrkarte 3. Klasse 5,80 Mark. Das monatliche Durchschnittseinkommen betrug um 1900 = 62,40 Mark (Details siehe unter „Lebenshaltungskosten um 1900“) wh]
Ausschnitt aus dem Kursbuch vom Mai 1897 [Quelle: ↑ www.westheimwestfalen.de/_archiv/chronic/eisenbahn/fahrplaene/index.htm]
[Akte-Mathilde_06#08]
Gevelsberg, den 4.4.99.
An Herrn Direktor des St. Joh. Hospitals
Wohlgeboren
Eurer Wohlgeborn erlaubt sich der unterzeinete Namens seiner Geschwister folgendes Gesuch zu übersenden.
Seid vielen Jahren ist es uns nicht vergönnt gewesen unsere Mutter bei uns zu sehen, weil ja die Krankheit meiner Mutter einerseits, sowie unsere materiellen Verhältnisse mir hier im Wege. Nächst Gott können wir es Ihrer ärtzlichen Kunst verdanken unsere Mutter wieder unter der sogsamen Pflege der Schwestern, soweit wieder hergestellt zu sehen das wir es wagen an Sie die höfliche Bitte zu richten Sie auf 2 oder 3 Wochen zu uns kommen zu lassen. Mit Gottes Hilfe ist es mir
[Akte-Mathilde_06#09]
gelungen mir ein eigenes Geschäft zu gründen. Meiner Mutter könnte ich ein Zimmer ganz überlassen da ich eine Wohnung von 5 Zimmern habe die ich Mitte Mai mit einer kleineren wechsele, so daß es es sich jetzt am besten machte. Meiner Mutter würde dadurch ein Lieblingswunsch erfüllt. Wir haben Sie ja wohl stehts mit Ihrer gütigen Erlaubniß besuchen dürfen, doch werden Sie meinen u. meiner Geschwister Wunsch begreiflich finden sie mal einige Zeit um uns zu haben. Wir werden uns bemühen für die Zeit alles von Ihr fern zu halten was Ihr betreffs Ihrer Gesundheit schaden könnte.
Für die strickte Durchführung der Verhaltensvorschriften verbürge ich mich. Ich werde meine Mutter Ihre gütige Erlaubniß vorausgesetzt dort abholen und Sie auch wieder zurückbringen.
Indem ich Namens Frau Sturm Ihrer
[Akte-Mathilde_06#10]
Kinder für Ihre gütige Erlaubniß im voraus meinen besten Dank sende bitte ich gleichzeitig meiner Mutter zu gestatten uns Ende dieses Monats besuchen zu dürfen u. bitte um freundl. Rückantwort
In Erwartung derselben verbleibe ich mit höflichem Gruß
Eurer Wohlgeborn sehr ergebener
Oskar Hartwig
Schreinermeister
Gevelsberg, Haslinghauserstr. 3.
[Antwortvermerk:]
E. p.p.
Daß Nichts entgegensteht wenn Ihre Mutter Ende dieses Monats auf 2 bis 3 Wochen zu Ihnen kommt, und sollen Sie dieselbe dann von hier abholen.
d. 12.4. Dr. Rubarth
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weiter im Text zum Teil 7
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Marsberg patient file Mathilde Sturm part 6 pages 01-10
[Akte-Mathilde_03#01]
The governor of the province of Westphalia. - Munster, August 26, 1893
To the Director of the St. Johannes Hospital, Mr. Medical Councilor Dr. Rubarth Wellborn
to Marsberg
Your well-born, I hereby transfer the wife Mathilde Sturm née Klute from Neheim district of Arnsberg to board for the account of the rural poor association of the province of Westphalia from April 1st. js away.
The subsistence costs are to be brought to liquidation after the end of each quarter with the remaining amounts to be reimbursed by the rural poor association for local poor.
IV
[signature]
Provincial Council
[Edit note:]
M. 29.8.93 - after the note in the [credit side?], ad acta! - The Director [2 signatures)
[Akte-Mathilde_06#02]
Shore, 11/31/93.
Commendable institution Marsberg Directorate.
The undersigned allows himself to humbly ask for information about the state of health or [or] the condition of the mother.
At the same time I kindly request your kind permission to visit them on the 1st of next month together with the necessary conditions. [corresponds in the choice of words to § 47 of the institution's house rules, wh]
Looking forward to your valued reply in a few days, I sign yours sincerely
E. Hartwig
Shore at Vogelsang
Hagenerstrasse 155. [new: Hagener Straße 271]
[Possibly. Hagener Str. 155, 58256 Ennepetal
or Hagener Str. 155, 58285 Gevelsberg]
[Marginal note from the institution:]
Ms. Sturm.
[Akte-Mathilde_06#03]
24 Nov. 93
that since our report from last year there has been no change in your mother's condition, the same has remained the same.
The patient's mood is predominantly cheerful, i. bodily So far very good. Nothing stands in the way of a visit. Normally, no visits are allowed on Sundays or public holidays, but it would be wise to refrain from doing so if you didn't have time to do so on weekdays.
dr Rubarth
[Akte-Mathilde_06#04]
Annen the 23rd July 94
Dear sir!
The purpose of my writing is to ask your permission to visit my mother.
Have intention on 30th of Mts. with my two sisters, who don't know your mother at all yet, and ask you to send me a message by postcard by then or by Saturday. Should the condition of my [mother ...]
[Akte-Mathilde_06#05]
[... my] mother has shown a change since your last valuable letter from last year, I would ask you to take note of this.
Looking forward to your dear letter with respect, I greet you
Yours sincerely
E Hartwig.
by address
Company Herren Gebr Rosenthal
Annen i.W.
Please say hello to my mother. Widow Sturm from her children Oskar Emil Fritz Mathilde Anna hrzl.
[Akte-Mathilde_06#06]
Lengerich the 12 Dec 97.
To the doctor in charge of St. John's Hospital z. Mars mountain
Your well-born, the undersigned most politely requests him and his sister to be allowed to visit your mother who is in your institution over the Christmas period. We haven't seen you in the last few years and since I can't be needed in business these days, we hope for your kind permission. Thank you in advance for this, I sign with all due respect
Emil Hartwig
[Akte-Mathilde_06#07]
My mother is widow Math. Storm
address E Hartwig
Lengerich i W
Bahnhofstrasse 48
Lengerich Bahnhofstrasse 48
[Lengerich to Hagen 113 km, Lengerich to Gevelsberg 123 km, Gevelsberg to Hagen 18 km, Gevelsberg to Marsberg 134 km. (There were no motor cars then).
At this point, a few words about the existing Hagen-Warburg railway connection, the Upper Ruhr Valley Railway, which George drew my attention to. Although I can no longer read the old course books, I can see that there seems to be only one connection if you wanted to go back on the same day: from Hagen 8:12 a.m. to Marsberg 11:52 a.m. and then only for the return trip to have a connection to choose from: from Marsberg 5:09 (17:09) to Hagen 8:47 (20:47). A good 3 1/2 hours driving time. I couldn't tell if and how to get from Gevelsberg to the train to Marsberg. I can't say anything directly about the fares. But I found a route that might be comparable: Coswig - Leipzig by train approx. 110 km; 1906: driving time 1:55 - 2:34 hours:min Return ticket 3rd class 5.80 marks. The average monthly income was around 1900 = 62.40 marks (for details, see "Cost of living around 1900") wh]
Excerpt from the course book from May 1897 [Source:
↑ www.westheimwestfalen .de/_archiv/chronic/eisenbahn/fahrplaene/index.htm]
[Akte-Mathilde_06#08]
Gevelsberg, April 4th, 1999.
To the Director of St. John's Hospital
well born
Your well-born takes the liberty of sending the signed name of his siblings the following request.
For many years we have not been able to see our mother with us, because my mother's illness on the one hand and our material circumstances on the other hand got in the way. Next to God we can owe it to your medical skill to see our mother restored to the extent that we dare to ask her politely to let her come to us for 2 or 3 weeks under the loving care of the sisters. With God's help it's me
[Akte-Mathilde_06#09]
I managed to start my own business. I could let my mother have a room entirely because I have a 5-room apartment that I'm moving to a smaller one in mid-May, so it's best done now. This would fulfill one of my mother's favorite wishes. We were always allowed to visit you with your kind permission, but you will find my wish and that of my siblings understandable to have some time around us. For the time being, we will try to keep everything away from you that could harm your health.
I vouch for the strict implementation of the code of conduct. Assuming your kind permission, I will pick up my mother there and bring you back again.
By name of Mrs. Sturm
[Akte-Mathilde_06#10]
Children for your kind permission in advance I send my best thanks and at the same time I ask my mother to be allowed to visit us at the end of this month. reply
In anticipation of the same, I remain with polite greetings
Very devoted to your well-born
Oskar Hartwig
master carpenter
Gevelsberg, Haslinghauserstr. 3.
[Answer comment:]
E. p.p.
That nothing stands in the way if your mother comes to you at the end of this month for 2 to 3 weeks and you should then pick her up from here.
i.e. 12.4. dr Rubarth
to the beginning -
continue in the text to part 7