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Berlin-Steglitz 24.4.35
Sehr geehrte gnädige Frau!
Zu Ostern aus dem Konzentrationslager Esterwegen entlassen, erfülle ich gern den Willen Ihres Gatten, meines lieben Kameraden, Ihnen Nachricht über sein Ergehen zukommen zu lassen. Ich habe ihn in Gesundheit und Wohlbefinden verlassen und hege die Hoffnung, dass er bald zu Ihnen zurückkehren wird. Wir sind beide am 8.3. im Lager angekommen.- Ihr Gatte bittet Sie, ihren Sohn zu unermüdlicher Tätigkeit in der Richtung seiner [?] zu veranlassen. Ich empfehle Ihnen dringend einen Besuch bei der zuständigen Staatspolizeistelle Ihres Regierungsbezirks. Falls Sie ihrem Gatten schreiben, wollen sie ihm auch einen herzlichen Gruß bestellen, jedoch jede weitere Mitteilung (dass ich Ihnen geschrieben habe) wegen der Zensur zu unterlassen. Ihr Gatte bittet Sie diese Karte wegen [früherer ?] Korrespondenz und zu[?] aufheben.
Mit deutschem Gruß
sehr ergebenst
Helmuth Roller
Helmuth Roller
Berlin-Steglitz
Presselstraße 4 III
(Bleistiftvermerk von Oskar: Dieser war der Schwager von [Herrn?] Generalfeldmarschall Göring)